Abb. 1: Typische Wärmeverluste eines freistehenden Einfamilienhauses (Baujahr vor 1995)Abb. 1: Typische Wärmeverluste eines freistehenden Einfamilienhauses (Baujahr vor 1995)

Altbau - Fit für die Zukunft

(bine) Sinnvoll kombinierte Energiesparmaßnahmen können den Wärmebedarf bestehender Gebäude um mehr als zwei Drittel senken, sichern den Wert der Immobilie und steigern den Wohnkomfort. So kann man dem stetigen Anstieg der Energiepreise behaglich zusehen. Auch kleine Maßnahmen können schon große Wirkung zeigen.

Gebäude sind sehr langlebig. Zwei Drittel der im Jahr 2040 bewohnten Häuser stehen schon heute. Weniger als 1% Neubauten kommen jedes Jahr dazu. Der Altbaubestand gibt also den Ausschlag beim Energieverbrauch im Gebäudebereich. 

Früher wurde allerdings nicht energiesparend gebaut. Das lag nicht nur an den fehlenden technischen Möglichkeiten: Kohle, Öl und Gas standen scheinbar unbegrenzt und billig zur Verfügung. Der Energieverbrauch eines Gebäudes war einfach kein Thema.

Der drastische Anstieg der Energiepreise Anfang der siebziger Jahre sowie Umweltschutzgründe bewirkten ein Umdenken. In gesetzlichen Regelungen wurden daraufhin Grenzwerte für Energieverbrauch bzw. -verluste bei Neuplanungen festgesetzt. Die Anforderungen wurden im Lauf der Jahre entsprechend dem Stand der Forschung und der Technik erhöht.Die 2002 in Kraft getretene Energieeinsparverordnung (EnEV) bewertet die Energieeffizienz der Gebäudehülle und der Anlagentechnik gemeinsam. Außerdem wird der Energiebedarf primärenergetisch betrachtet. Das heißt, es sind auch die Verluste durch Gewinnung, Umwandlung und Transport des jeweiligen Energieträgers erfasst. Die EnEV gilt für alle Neubauten, größere Baumaßnahmen am Bestand sowie für Heizungsanlagen. Die inzwischen eingeführte Verpflichtung, bei Verkauf oder Vermietung einen Energieausweis erstellen zu lassen, soll einen Anreiz schaffen, auch bestehende Gebäude auf einen zeitgemäßen energetischen Standard zu bringen.

In ihrem aktuellen Energie- und Klimaprogramm hat die Bundesregierung unter anderem festgelegt, die energetischen Anforderungen der EnEV bis 2012 in zwei Schritten um jeweils 30% zu erhöhen. Die erste Änderung tritt 2009 in Kraft. Verglichen mit einem Haus aus den sechziger Jahren kommt ein Neubau mit 30 bis 50% der Heizenergie aus. Gebäude, die vor der Wärmeschutzverordnung von 1995 errichtet wurden, kann man also als "energetische Altbauten" bezeichnen. Durch die Verbesserung des Wärmeschutzes, der Luftdichtheit und der Gebäudetechnik können solche Häuser problemlos ihren Energieverbrauch ähnlich weit senken, wie es die EnEV von Neubauten fordert. Gleichzeitig verbessert sich der Wohnkomfort, da etwa eine gut gedämmte Gebäudehülle im Winter die Wärme drinnen und im Sommer die Hitze draußen hält. Im Laufe der Jahre fallen in jedem Haus größere Instandhaltungsarbeiten an. Bei dieser Gelegenheit kann ein Bauherr bei nur geringen Mehrkosten gleichzeitig Maßnahmen zum Energiesparen realisieren. Warum also nicht gleich „Nägel mit Köpfen machen“, wenn ohnehin ein Gerüst steht, das Dach abgedeckt ist und das Wohnen zeitweilig durch Staub, Dreck und Baulärm eine Belastungsphase durchstehen muss? Wer Energie sparen will, muss sich aber zuerst klar machen: Wieviel verbraucht mein Haus? Wovon ist die Höhe des Verbrauchs abhängig? Und wo geht am meisten verloren? 

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